Besonders begeistert hat in diesem Jahr der Schulwettbewerb, bei dem sich die Neusser Schulen mit großem Engagement beteiligten. Das Alexander von Humboldt Gymnasium sicherte sich mit 5.508 Bahnen den ersten Platz, gefolgt vom Marie Curie Gymnasium mit 2.766 Bahnen und dem Quirinus Gymnasium mit 1.430 Bahnen. Das Gymnasium Norf erreichte mit 880 Bahnen den vierten, die Gesamtschule Norf mit 656 Bahnen den fünften Platz. Einen entscheidenden Anteil am Erfolg des Alexander von Humboldt Gymnasiums hatten dabei zwei engagierte Schülerinnen: Jenne Friese und Clara Engels motivierten ihre gesamte Oberstufe mit bemerkenswertem Einsatz zur Teilnahme und trugen so maßgeblich zum Sieg ihrer Schule bei – ein beeindruckendes Beispiel für Gemeinschaftssinn, Verantwortung und Eigeninitiative.

VON IRIS WILCKE

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Zum sechsten Mal hat der Lions Club Neuss ein 24-Stunden-Schwimmen im Stadtbad organisiert. Am Ende stand ein neuer Streckenrekord zu Buche. Die Staffel des Humboldt-Gymnasiums verfolgte im Wasser aber ganz eigene Ziele.

Die von Hendrik Brombach betreute Staffel des Leistungskurses Sport am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium tritt, unterstützt von einem Schwimmer aus dem Grundkurs Sport, an, um beim 24-Stunden-Schwimmen im Schulwettbewerb die meisten Kilometer „abzuspulen“ und sich tausend Euro für die Abikasse zu sichern. Nach den ersten 2000 Metern lockern sie sich beim Aqua-Gym mit der Poolnudel ein bisschen auf und steigen dann – etwas aufgewärmt – wieder ins Becken. „Die zehn Kilometer möchte ich voll machen,“ kündigt Leopold an. Meiko und Felix wollen zwischendurch auf eine Party, Carl „kurz nach Hause was essen – und um null Uhr geht es wieder los“.

Schuldezernentin Ursula Platen, die auch selber geschwommen ist, hatte an den Neusser Schulen für die Veranstaltung geworben und so ist die Beteiligung der Schüler an diesem Wochenende groß. Über ihre Leistung wachen vom Beckenrand aus zwei Kampfrichter. Für 100 Meter – also im 50-Meter-Becken einmal hin und zurück – haken sie ein Feld ab. Eine ganz schöne Herausforderung, wenn man im Becken nur (nasse) Köpfe mit oder Badekappe und Schwimmbrille sieht.

Irinas Sohn schwimmt beim NSV, seit sie mit ihm aus der Ukraine nach Neuss gekommen ist. Für sie ist es selbstverständlich, dass sie seit vier Jahren ehrenamtlich das 24-Stunden-Schwimmen unterstützt. Dafür, dass die Listen für den Einsatz am Beckenrand gefüllt wurden, hat Gisela Hug, Schwimmlegende vom Neusser Schwimmverein (NSV), gesorgt und hundert Menschen motivieren können, beim Aufbau, der Registrierung der geschwommenen Bahnen und der Verpflegungsstation zu helfen.

Matthias Braun, Geschäftsführer der Stadtwerke-Tochter Neusser Bäderbetriebe, unterstützt die zielgruppenübergreifende Veranstaltung bereits im sechsten Jahr. Er ist sehr dankbar, dass dadurch nicht nur das Interesse an den Bädern hochgehalten, sondern auch die Schwimmausbildung gefördert wird. Denn im gesamten Aktionszeitraum nehmen Fachangestellte der Bäderbetriebe die Schwimmabzeichen ab. „Schwimmen können, ist ein großes Thema,“ so Braun, der die „fantastische Veranstaltung“ daher gerne unterstützt und mit seinem Team am Sonntag die „Neusser Familien Ninja Cross Meisterschaft“ im Stadtbad ausgerufen hat.

Den gesellschaftlichen Aspekt betont auch Marc Hillen: „Wir ziehen die Menschen mal wieder ins Schwimmbad und bringen ihnen damit die Sportart mit ihren gesundheitlichen Vorteilen näher,“ erklärt der aktuelle Präsident des Lions-Clubs. Der spendet jede geschwommene Bahn fünfzig Cent an zuvor ausgewählte Zwecke. Sponsoren aus der Neusser Gesellschaft unterstützen dieses Anliegen großzügig. „Mittendrin, um Gutes zu bewirken“ ist das Motto des ältesten Lions Club von Neuss, dem es mit diesem „Leuchtturm-Projekt“ auch um eine größere Sichtbarkeit geht.

Mit 77 Jahren ist Heinz Neuenhausen einer der älteren Teilnehmer. Tausend Meter ist er geschwommen und hat aus den Händen von Thomas Schünemann vom Vorstand des NSV dafür eine Silbermedaille plus Urkunde erhalten – denn eine „schöne Erinnerung“ solle jeder Teilnehmer mit nach Hause nehmen, sagt Schünemann. Neuenhausens Sohn Andreas hat das 24-Stunden-Schwimmen vor sechs Jahren konzipiert und ins Leben gerufen und ist noch heute als Projektleiter federführend dafür verantwortlich.

Vom Lions Club Mallorca ist Andrea Zadow dabei. Sie hat lange auf der Mittelmeerinsel gelebt, ist seit einigen Jahren wieder in Neuss und unterstützt gerne die Aktionen der lokalen Lions. „Das 24-Stunden-Schwimmen wird international,“ kommentiert Marc Hillen erfreut, der Anfragen von anderen Lions Clubs in Deutschland bekommen hat, die das Konzept übernehmen wollen.

Die Bilanz nach 24 Stunden fällt für alle rundum positiv aus: „Wir haben eine totale Rekordlage,“ berichtet Marc Hillen nach dem Abpfiff um 15 Uhr am Sonntagnachmittag. Die Zahlen des Vorjahres seien weit übertroffen worden – strahlende Gesichter bei allen Beteiligten. Nur die Schwimmer vom Humboldt müssen noch Geduld übern. Ob sie wirklich die Nummer eins der Schulen geworden sein, steht erst fest, wenn alle Daten ausgewertet sind.