Soziales Lernen

Die Schülerinnen und Schüler der 7. Jahrgangsstufe nehmen nach Geschlechtern getrennt an drei Tagen im zweiten Schulhalbjahr an einem Persönlichkeitstraining teil, das von externen Sozialpädagogen durchgeführt wird. Das Training findet in den Räumen unserer Schule statt.

Das Training der Mädchen unter dem Motto „sicher-stark-selbstbewusst“ wird von zwei Diplom-Sozialpädagoginnen durchgeführt. Schwerpunkte der Arbeit sind:

  • Stärkung des Selbstwertgefühls
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Körpersprache
  • Wahrnehmung und Deutung von non-verbaler Kommunikation
  • Sensibilisierung für die persönlichen Grenzen
  • Überwindung der Opferrolle
  • Reflexion der persönlichen Konfliktlösungsmuster und Erweiterung der Handlungskompetenz
  • Stärkung der Kommunikation und Kontaktfähigkeit
  • Entwicklung und Erprobung neuer Handlungsstrategien in Gewalt und Bedrohungssituationen
  • Ermutigung zur Zivilcourage

Die Jungenprojekttage werden parallel dazu unter dem Motto „Stark im Team – Kommunizier mit mir“ unter der Leitung von Sozialpädagogen durchgeführt.

  • Modul 1: Mission Impossible? – Team-Training
  • Modul 2: Streetdance Workshop – Cool Moves & Hip Hop Beats
  • Modul 3: Ich & Du – Hör mir zu – Kommunikation in der Gruppe

Sowohl beim Mädchen- wie auch beim Jungentraining liegt ein Schwerpunkt auf handlungs- und erfahrungsorientierten Übungen.

Beide Projekte werden jeweils nach der Durchführung durch uns und durch die Trainer evaluiert, um die Programme weiterzuentwickeln und an die Situation der Schülerinnen und Schüler anzupassen.

Ansprechpartner ist Herr Kaiser.

Die Streitschlichter und Paten am AvH

 

Herzlich willkommen auf der Seite der Streitschlichtung. Hier erfahren Sie mehr zum Thema Mediation in der Schule und können sich über das Streitschlichter- sowie Patenprogramm am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium informieren.

 

Vielleicht ist es auch für euch Schülerinnen und Schüler ein Anreiz, aktiv an der Streitschlichtung teilzunehmen?

Eure AnsprechpartnerInnen Frau Rupp und Frau Hollinger freuen sich auf Euch!

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Mediation in der Schule – was ist denn das?

 

Mediatoren: Was ist das denn?

MediatorInnen sind Vermittler. Sie stehen als vermittelndes Medium zwischen zwei Personen oder Personengruppen, die unterschiedliche Interessen haben und sich nicht gütlich einigen können. MediatorInnen versuchen Gewalt zu verhindern, aber nicht den Streit zu unterdrücken, obwohl die bei uns StreitschlichterInnen heißen.


 

Und warum heißen sie StreitschlichterInnen?

Streiten will gelernt sein. Es gibt viele Menschen, die gar nicht kultiviert streiten können. Sie meckern, nörgeln, schimpfen, machen den anderen schlecht und wollen nur Recht haben. Es geht ihnen aber nicht um die Sache, nicht darum, sich die beste Lösung für ein Problem in der fairen Auseinandersetzung mit anderen zu erstreiten, eine Lösung, mit der alle Betroffenen zufrieden sein können.


Und was hat das mit der Schule zu tun?

Wo Menschen miteinander leben, lernen, arbeiten, sprechen, sich vergnügen, spielen, sich einfach täglich sehr nah sind, da gibt es immer wieder Konflikte, da muss es sie geben: Missverständnisse, Unterstellungen, falsche Beurteilungen, Vorurteile, aber auch Bösartigkeiten, verbale, psychische und physische Gewalt. Damit diese Konflikte nicht eskalieren, bietet die Mediation die Chance, die Konflikte selbst kultiviert auszutragen.


Können SchülerInnen denn so etwas organisieren?

Unsere StreitschlichterInnen haben eine recht lange Ausbildung hinter sich. Im ersten Halbjahr haben sie sich in Form von zwei Workshoptagen mit ihren beiden Ausbildungslehrerinnen getroffen und im zweiten Halbjahr sowie zu Beginn des neuen Schuljahres im Rahmen einer 14tägigen doppelstündige Arbeitsgemeinschaft gelernt, wie man eine erfolgversprechende Mediation leitet. Sie haben gelernt, dass in einer Streitschlichtung nur die Betroffenen selbst zur Konfliktlösung finden müssen, indem sie über ihre Beziehung sprechen und über die Inhalte des Streits. Sie haben gelernt, wie sie mit euch Vereinbarungen aushandeln können, mit der beide Seiten zufrieden sind. Soweit zur Theorie! Und nun beginnt ihre Praxis.


Wo soll denn so etwas stattfinden?

SchülerInnen, die nicht miteinander klar kommen, können zu den MediatorInnen in den Streitschlichterraum gehen. Er befindet sich Parterre direkt neben dem SV – Raum. Wie gesagt, unsere SchlichterInnen sind ausgebildete MediatorInnen. Deshalb werden hier die Streitenden alle ernst genommen, hier können sie ihre ganz persönliche Sichtweise eines Vorfalls darstellen; hier können sie ihre Erwartungen und Wünsche äußern, hier werden sie aufgenommen und finden eine Lösung für ihr Problem, ohne dass ein Außenstehender etwas davon erfährt. Gestraft, ver- und beurteilt wird hier niemand.


Und wann kann man dort hingehen?

Der Streitschlichterraum ist an jedem Schultag in der zweiten großen Pause für euch geöffnet. Meist stehen euch dann zwei StreitschlichterInnen zur Verfügung. Mit den StreitschlichterInnen könnt ihr aber auch in besonders komplizierten Fällen Sondertermine vereinbaren. Wenn mehrere Schlichtungen gleichzeitig anstehen, braucht ihr etwas Geduld und genaue zeitliche Absprachen.


Was mache ich, wenn ich selbst StreitschlichterIn werden möchte?

Alle Jahre wieder werden neue Schulungskurse für MediatorInnen an unserer Schule angeboten. Zukünftige StreitschlichterInnen kommen aus den Stufen 9 – 10 (ca. 10 – 14 SchülerInnen). Wer regelmäßig an der Ausbildung teilnimmt bekommt ein richtiges Zertifikat und kann bei uns als MediatorIn so lange arbeiten, wie es ihm Spaß macht – längstens aber bis zum Abitur. Bei Bewerbungen hat sich ein Zertifikat als StreitschlichterIn schon mehrfach sehr positiv ausgewirkt.


Und was hat das mit Paten zu tun?

Die ausgebildeten StreitschlichterInnen sind zugleich Paten und Patinnen für die Klassen 5. Das heißt zum Beispiel, sie besuchen „ihre“ Klasse am ersten Schultag, beantworten Fragen, begleiten die Klasse bei den Methodentage „Lernen lernen“ für einen Tag, helfen bei der Karnevalsfeier und können nach Absprache mit dem Klassenlehrerteam sowie gegebenenfalls Ausbildungslehrerteam an diversen anderen Veranstaltungen teilnehmen (z.B. Adventsfeier, Spielenachmittag, etc.).

Methodenlernen – oder Lernen lernen – hat an unserer Schule Gymnasium eine lange Tradition. Unser Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler mit einem breiten Spektrum an Methoden vertraut zu machen. Deswegen führen wir an den Gelenkstellen der Schullaufbahn das Methodenlernen verpflichtend durch:

 

Methodenlernen in der Sekundarstufe I

 

In der Sekundarstufe I werden die Schülerinnen und Schüler kontinuierlich dazu befähigt, ihren Lernprozess selbst zu steuern. Dabei werden Methoden zum Erschließen von Informationen (Texten, Karten, Bildern)  zur Präsentation (mit Folie, Plakaten, Präsentationsprogrammen) und zum Lernen (z.B. Vokabellernen)  sowie zur Lernorganisation (z.B. Arbeitsplatzgestaltung) behandelt. Überwiegend findet dies im Fachunterricht statt. Die Fachbereiche haben sich dazu abgesprochen und das Methodenlernen in den Lehrplänen verankert. In der Klasse 5 führen wir jedoch zentrale Methodentage zu Beginn des Schuljahres und Methodenstunden im ersten Halbjahr im Klassenverband durch:

 

„Lernen Lernen“ in der Klasse 5

Organisatorische Rahmenbedingungen

„Lernen lernen“ heißt ein Projekt, das seit Jahren an unserer Schule mit den Schülern und Schülerinnen der Klassen 5 durchgeführt wird. Das Projekt besteht aus zwei Bausteinen. In dem ersten Baustein steht das soziale Miteinander im Vordergrund und es findet in der zweiten Schulwoche an vier Tagen in Einrichtungen der umliegenden Kirchengemeinden statt. Die Schüler und Schülerinnen der jeweiligen Klassen verbringen die Tage ausschließlich mit ihren beiden KlassenlehrerInnen.

Ein zweiter Baustein, bei dem der Schwerpunkt auf der Methodenschulung liegt, findet regelmäßig in einer wöchentlichen AG Stunde während des 1. Halbjahres der 5. Klasse statt.

Inhaltliche Baussteine des Konzepts

Baustein I

  • Kommunikation und Kooperation
  • Konzentration und Motivation
  • Die Klassengemeinschaft (Kennenlernspiele, Klassenregeln)

Baustein II:

  • Wie organisiere ich mein Lernen? (z. B. Anlegen des AvH Hausaufgabenheftes, Ausfüllen von Arbeitsblättern)
  • Was hilft mir, um Texte zu verstehen? (z. B. 5-Schritt-Lesetechnik)
  • Wie präsentiere ich Ergebnisse? (Plakaterstellung, Textverarbeitung, Online-Recherche)
  • Gedächtnistraining

Personelle Rahmenbedingungen

Das Methodenlernen der Klassen 5 ist verpflichtend für alle KlassenlehrerInnen. Das Training findet unter Anleitung beider LehrerInnen (wenn gewünscht in Zusammenarbeit mit den LehrerInnen der Parallelklassen) statt. In der zweiten Hälfte des Trainings in der Schule, das personell im organisatorischen Rahmen des vorgesehenen Stundenplans stattfindet, sind die jeweiligen FachlehrerInnen für die Durchführung verantwortlich.

Begleitende Maßnahmen zum Trainingslager

Nach Bekanntgabe der Unterrichtsverteilung auf die Lehrkräfte der Schule findet vor den Sommerferien für jede zukünftige Klasse eine vorbereitende Klassenkonferenz statt. Verbindliche Themen dieser Konferenz sind

  • Alternative Unterrichtsformen zum Frontalunterricht (Gruppenarbeit, Freiarbeit, Stationenlernen)
  • Raumausstattung und Materialien
  • Koordination von Maßnahmen bei Unterrichtsstörungen
  • Elternarbeit

Die Schulleitung strebt an, dass die personelle Zusammenarbeit der jeweiligen Klassenkonferenz sowie die Stundenplangestaltung in jeder Klasse Förderstunden ermöglicht und fördert. Nach Abschluss des Trainingslagers wird im Verlauf jedes Schulhalbjahres der Klasse 5 mindestens eine weitere Klassenkonferenz zur Überprüfung der Ergebnisse abgehalten. Auf den Lehrerkonferenzen werden die Erfahrungen mit dem Trainingsprogramm weitergegeben. Im Fachunterricht werden die Inhalte weiter eingeübt und ergänzt. Grundsätzlich wird von der Klassenleitung in jeder fünften Klasse eine Unterrichtsstunde für die Belange der SchülerInnen genutzt.

 

Methoden Lernen in der Sekundarstufe II

In der gymnasialen Oberstufe wird von den Schülerinnen und Schülern ein höheres Maß an Selbstständigkeit gefordert, als sie es aus der Sek. 1 gewohnt sind. Texte werden länger und schwieriger, Aufgaben werden über längere Zeiträume aufgegeben und einige Themen müssen selbstständig bearbeitet und dann präsentiert werden.

Damit unsere Schülerinnen und Schüler diesen Herausforderungen begegnen können, führen wir auch in der Sek II Methodentage durch.

Methodentage in der EF:

Kurz nach den Sommerferien finden zwei Methodentage statt, die das Textverständnis und die Interpretation von Sachtexten zum Thema hat. Exemplarisch wird besprochen, wie aus einem komplizierten Sachtext die wichtigen Informationen entnommen, sortiert und anschließend dargestellt werden können. Ebenfalls wird darüber gesprochen, wie der Subtext entschlüsselt und der Text kritisch betrachtet werden kann. Diese Fähigkeiten werden in allen Fächern benötigt und im Fachunterricht weiter ausgebaut.

 

Methodentage in der Q1:

In dieser Jahrgangsstufe schreiben alle Schülerinnen und Schüler eine Facharbeit. Dazu müssen ein Thema gefunden, Informationen gesucht und anschließend ein längerer Text geschrieben werden. Dies ist für Schülerinnen und Schüler ungewohnt. Bislang wurden nur Informationen neu aufbereitet und in Referaten präsentiert. Dass aber Informationen unter einer neuen Fragestellung oder These gestellt und eigenständig bewertet werden müssen, ist ebenso neu, wie der Umgang mit Zitaten und Literaturhinweisen. Wurden bisher Informationen überwiegend aus Schulbüchern oder Onlinelexika entnommen, steht nun die Suche nach Informationen in Fachzeitschriften, in einer Bibliothek oder auf wissenschaftlichen Seiten im Internet im Vordergrund. All dies wird in den Methodentagen der Q1 behandelt.

Manchmal benötigen Schülerinnen und Schüler zusätzliche Unterstützung neben dem regulären Unterricht und den Fördergruppen in den AGs. Eine preisgünstige und effiziente Möglichkeit besteht darin, sich von älteren Schülerinnen oder Schülern unserer Schule als Tutoren helfen zu lassen. Wir bieten in der 5. Klasse (ab dem 2. Halbjahr) sowie der 6., 7. und 8. Klasse die Einrichtung von Übungsgruppen an. Diese Gruppen setzen sich aus drei bis vier Schülern einer Klasse bzw. Sprachgruppe zusammen, die gemeinsam in einem Fach üben möchten. Angeboten werden die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik sowie die in der Jahrgangsstufe 6 neu einsetzenden Fremdsprachen Französisch und Latein. Sinn der Übungsgruppen ist es, Defizite möglichst zeitnah und eng an den Unterricht gebunden aufzuarbeiten. Da das Konzept auf Freiwilligkeit basiert, können sich die Schülergruppen selbst finden. Die Auswahl der Tutoren erfolgt unter Mitwirkung der Fachlehrer seitens der Schule.

Die Gruppen finden einmal wöchentlich dienstags oder freitags unter Anleitung eines Tutors statt, der aus einer der Jahrgangsstufen 9 bis 12 (Q2) stammt. Dieser steht in engem Kontakt zum entsprechenden Fachlehrer, so dass eine gezielte Übung möglich ist. Die Treffen dauern jeweils 45 Minuten und kosten 2 € (Vierergruppen) bzw. 2,50 € (Dreiergruppen). Die Gruppen treffen sich für beide Seiten verbindlich über einen Zeitraum von acht bis zehn Wochen. Sie sind also halbjahrsbegleitend.

Weitere Informationen erhalten Sie über Ihre Klassenleitung oder die Organisationsleitung: Frau Couturier und Herr Zwarte.

Der Kerngedanke ist, eine Zeit für gezielte Förderung im angenehmen Lernklima zu schaffen. Wir hoffen, Ihr Interesse für dieses Projekt geweckt zu haben und verbleiben mit freundlichen Grüßen!

Die Organisationsleitung

Am Dienstagnachmittag findet an unserer Schule kein Unterricht statt. Trotzdem können die Schülerinnen und Schüler der Erprobungsstufe am Nachmittag betreut werden. Dazu müssen die Kinder für ein Halbjahr im Silentium angemeldet werden. Gegen einen kleinen Beitrag helfen Oberstufenschüler bei den Hausaufgaben und spielen anschließend mit den Kindern. Frau Claasen von der Bebs (externer Link) betreutdas Silentium.

Das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium sieht es als selbstverständlich an, Schülerinnen und Schülern, die neu zugewandert sind, den Schulbesuch zu ermöglichen und ihnen die Chance zu geben, integriert zu werden und einen Schulabschluss zu erreichen. Zur Integration gehört für uns vor dem Hintergrund unseres Leitbildes neben dem Spracherwerb auch die Möglichkeit zur kulturellen Teilhabe und die Entwicklung zum mündigen Bürger sowie Toleranz. Unsere Schule nimmt daher seit mehreren Jahren Schülerinnen und Schüler in den Regelunterricht auf, die zuvor an anderen Schulen Deutsch gelernt haben. Seit Mai 2015 gibt es auch an unserer Schule eine Seiteneinsteigerklasse (SE).

Die oben genannten Ziele werden an unserer Schule in zwei Stufen umgesetzt:

  1. Stufe: Seiteneinsteigerklasse
  2. Stufe: Eingliederung in Regelklassen

Stufe 1: die Seiteneinsteigerklasse

In der ersten Stufe nehmen die Schülerinnen und Schüler am Unterricht in unserer Seiteneinsteigerklasse (SE) teil. Ziel dieser Stufe ist der Spracherwerb auf der Stufe A2 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens und die Begleitung bei der kulturellen Integration, sodass am Ende der i.d.R. 6-12 monatigen Dauer dieser Phase die Teilnahme am Regelunterricht möglich sein wird.

Die Gruppe besteht aus maximal 20 Schülerinnen und Schülern aller Alterststufen und ist auch von der Leistungsfähigkeit und den Herkunftsländern heterogen. Dadurch sind auch die Sprachbarrieren sehr unterschiedlich. Einige wenige Schülerinnen und Schüler kennen z.B. noch nicht das lateinische Alphabet, andere sprechen dagegen bereits eine germanische Sprache als Mutter- oder Fremdsprache, andere haben schon geringe Deutschkenntnisse. Diese Gründe erfordern ein individuelles Arbeiten, wie beispielsweise Wochenplanarbeit.

Die Schülerinnen und Schüler der Seiteneinsteigerklasse werden hauptsächlich im Fach Deutsch als Fremdsprache (DaF) unterrichtet. Daneben wird Unterricht in den Fächern Mathe-Naturwissenschaften, einem musisch-künstlerischen Fach, Landeskunde und Sport erteilt. Einige Schülerinnen und Schüler werden zusätzlich in Englisch, Französisch und Mathematik unterrichtet, wenn dies die spätere Integration fördert.

Wenn das Sprachniveau A2 erreicht wurde, wechseln die Schülerinnen und Schüler in die Regelklassen. Das ist nicht immer an unserer Schule möglich, wenn z.B. die Klassenfrequenzhöchstwerte erreicht wurden oder die Schülerin oder der Schüler nicht für die gymnasiale Laufbahn geeignet scheint. Dies kann z.B. an der Leistungsfähigkeit oder an der Sprachenfolge liegen.

 

2. Stufe: Eingliederung in Regelklassen

Ziel der zweiten Stufe ist der Spracherwerb auf ein Niveau, das nahezu dem gleichaltriger Muttersprachler entspricht (C2) sowie eine umfassende kulturelle Integration.

Die Schülerinnen und Schüler sind in dieser Zeit festen Klassen zugeordnet und nehmen dort am Regelunterricht teil. Zusätzlich werden sie an zwei Nachmittagen im Fach Deutsch als Fremdsprache unterrichtet, solange dies als notwendig erachtet wird. An der Anschlussförderung nehmen auch die Schülerinnen und Schüler teil, die die Regelklasse einer anderen Schule besuchen.

Im Regelunterricht können sich die Schülerinnen und Schüler zunächst erproben. Ein Zeugnis mit Noten, die versetzungsrelevant sind, erhalten sie anfangs noch nicht. Für einen gesicherten deutschen Spracherwerb im Fachunterricht ist die Kompetenz der Fachlehrerinnen und Fachlehrer für einen sprachsensiblen Unterricht notwendig. Dies ist ein zentraler Aspekt der Fachschaftsarbeit und der Fortbildungsplanung.

In den Regelklassen werden den Schülerinnen und Schülern Ansprechpartner aus der Klassengemeinschaft zugeordnet, die neben ihnen sitzen, sie in die Klasse einführen und sie im Unterricht und in den Pausen unterstützen.

Begleitung:

Die Integration der neu zugezogenen Schülerinnen und Schüler wird durch die ganze Schulöffentlichkeit begleitet. Viele zweisprachige Eltern und Schüler haben sich bereit erklärt, bei Sprachschwierigkeiten zu übersetzen oder im Schulalltag zu helfen. Einige Eltern und ehemalige Lehrerinnen und Lehrer unterstützen ehrenamtlich den Unterricht der Seiteneinsteigerklasse, sodass oft eine individuelle Betreuung möglich ist. Ein sehr wichtiger Baustein der Begleitung ist die Unterstützung durch andere Schülerinnen und Schüler, die jeweils als Paten zugeordnet sind. Die Paten sind in einer AG organisiert und werden durch unsere Sozialpädagogin begleitet. Sie kommen in Freistunden in die Klasse und begleiten diese bei Ausflügen und Feiern.

Die Gelenkstellen der Integrationsphase bilden die Aufnahme, der Wechsel in die Regelklassen und ggf. der Wechsel der Schulform. Diese Gelenkstellen werden von uns besonders beachtet und die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern dabei begleitet. Bei Elterngesprächen (z.B. bei der Aufnahme) kann ggf. eine Person von der Schule gesucht werden, die das Gespräch übersetzt. Zudem werden diese Phasen ggf. von der Sozialpädagogin begleitet, die die Eltern auch bei Anträgen für Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepacket unterstützt.

 

Integrationskultur

Da die Schülerinnen und Schüler in der 1. Stufe der Integrationsphase in einer separaten Gruppe unterrichtet werden, ist für die Integration eine Öffnung der regulären Schulstrukturen notwendig. Die Schülerinnen und Schüler der Seiteneinsteigerklassen sollen auch in dieser Phase die Möglichkeit haben, andere Schülerinnen und Schüler kennenzulernen und mit ihnen zu lernen oder die Freizeit zu gestallten. Daher ist es den Schülerinnen und Schülern der Seiteneinsteigerklasse möglich, an den AGs teilzunehmen, offene Angebote zu besuchen oder an Projekten teilzunehmen. Zudem partizipiert die Gruppe an Sportwettkämpfen, an den Projekttagen und an Schulfesten und –feiern.

In einigen Fällen können Schülerinnen und Schüler der Seiteneinsteigerklasse bereits am Unterricht eines Faches der späteren Regelklasse teilnehmen.

Um insgesamt an der Schule ein tolerantes und weltoffenes Klima zu fördern, ist die Schule Mitglied im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Eine Arbeitsgruppe führt zu diesem Thema regelmäßig Aktionen durch.

Sprachenfolge

Für die Berechtigung zum Übergang in die gymnasiale Oberstufe (Sek II) müssen die Schülerinnen und Schüler in zwei Fremdsprachen unterrichtet werden. An unserer Schule werden die Sprachen Englisch, Lateinisch und Französisch angeboten. In der Regel werden die Schülerinnen und Schüler in das Fremdsprachenangebot der Schule integriert und erhalten bei entsprechenden Leistungen am Ende der Sekundarstufe I die Berechtigung zum Übergang in die Sekundarstufe II. Besonders bei einer Eingliederung in höhere Jahrgänge ist dies jedoch nicht mehr möglich. In diesen Fällen kann eventuell eine Sprachfeststellungsprüfung in der Muttersprache eine Fremdsprache ersetzen. Da nur eine Fremdsprache ersetzt werden kann, können Schülerinnen und Schüler, die weder Englisch, Französisch noch Lateinisch gelernt haben, nicht an unserer Schule den gymnasialen Bildungsweg durchlaufen.

Leistungsbewertung

Ein reguläres Zeugnis mit einzelnen Fachnoten, die versetzungsrelevant sind, wird erst am Ende der Integrationsphase ausgestellt. Allerdings erhalten die Schülerinnen und Schüler auch zuvor ein Zeugnis zu jedem Halbjahr. Aus allen diesen Zeugnissen geht der Schulbesuch, der Stand des Spracherwerbs, die Fehlzeiten, das voraussichtliche Ende der Integrationsphase, Hinweise zum Arbeits- und Sozialverhalten und ggf. die Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften sowie außerunterrichtliches Engagement hervor. In der ersten Stufe werden individuelle Textzeugnisse durch die Klassenleitung geschrieben. In der zweiten Stufe erhalten die Schülerinnen und Schüler die Zeugnisse von der Lehrerin oder dem Lehrer der Anschlussförderung. Daneben können auch Einzelnoten gegeben werden, wenn diese die Schülerinnen und Schüler positiv motivieren.

Für die Leistungsbewertung im Fach Deutsch als Fremdsprache werden mehrere schriftliche Tests und mündliche Prüfungen absolviert. Ein Abschlusstest in den Bereichen Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben wird für die jeweiligen Niveaustufen A1 und A2 abgenommen. Die Leistung wird nach dem gemeinsamen europäischen Referenzrahmen ausgewiesen. Die Leistungsbewertung im Fachunterricht orientiert sich an den Kriterien der einzelnen Fächer.

Evaluation und Qualitätssicherung

Die Arbeit in der Seiteneinsteigerklasse wird regelmäßig mit allen Beteiligten besprochen. Angestrebt wird ein regelmäßiger Austausch einmal pro Monat. Dabei wird neben einer Aussprache über die Schülerinnen und Schüler auch über strukturelle Stärken und Schwächen dieses Konzeptes gesprochen. Da sich die Gruppengröße, die Zusammensetzung und die Herkunft ständig ändern, muss auch dieses Konzept flexibel sein und den Gegebenheiten angepasst werden.

Wir bemühen uns momentan um eine wissenschaftliche Begleitung der ersten Stufe durch die Universität Duisburg-Essen, sodass uns eine externe Rückmeldung gegeben werden kann.

Unsere Erfahrung mit der zweiten Stufe der Integration ist noch sehr jung. Daher wird es regelmäßig eine Aussprache auf den Lehrerkonferenzen und in den Fachkonferenzen geben, um den Fortbildungsbedarf feststellen zu können und das Konzept zu modifizieren und auszubauen.

Um den Kommunikationsfluss zu sichern und Prozeduren mit guter Erfahrung beizubehalten, werden für die Aufnahme und den Übergang in die Regelklasse Checklisten geführt, die nach jedem Durchgang überarbeitet werden.

Personen im SJ 15/16

  • Die Integration der neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium wird insgesamt von Herrn Wölke (stellv. Schulleiter) koordiniert.
  • Die Klassenleitung der Seiteneinsteigerklasse wird von Frau Breitenfeld und Frau Sandt gebildet.
  • Die Anschlussförderung wird von Frau Hollinger durchgeführt.
  • Die Sozialpädagogin ist Frau Hackländer.

Alle Personen sind über das Sekretariat erreichbar.

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