Individuelle Förderung

„Der Weg, auf dem die Schwachen sich stärken, ist der gleiche wie der, auf dem die Starken sich vervollkommnen.“ (M.Montessori, Schule des Kindes S.166)

Individuelle Förderung – was bedeutet das?

Individuelle Förderung bedeutet, „das Lernpotenzial aller Schülerinnen und Schüler auszuschöpfen und dabei den interindividuell unterschiedlichen Lernvoraussetzungen Rechnung zu tragen.“ (Helmke)
Dabei haben wir den Anspruch, jeder Schülerin und jedem Schüler „die Chance zu geben, ihr bzw. sein motorisches, intellektuelles, emotionales und soziales Potential umfassend zu entwickeln (...) und sie bzw. ihn dabei durch geeignete Maßnahmen zu unterstützen“. (Eckert)
Für uns am AvHG bedeutet es:
Mit Vielfalt umgehen – Stärken stärken und Schwächen abbauen“
Unser Förderkonzept gründet sich auf vier Säulen:
  1. Grundlagen für die gymnasiale Laufbahn schaffen
  2. Innere und äußere Differenzierung / Lernbegleitung und Beratung
  3. Übergänge begleiten
  4. Wirksamkeit prüfen / Förderung über Strukturen sichern

 

Was bedeutet das im Einzelnen?

1. Grundlagen schaffen
  • Erhebung der Lernausgangslage
  • Förderung grundlegender Qualifikationen (Sprachkompetenzen, Lese- und Rechtschreibkompetenzen, Lernkompetenzen)
  • Parallel- und Vergleichsarbeiten
  • Lernentwicklung dokumentieren

2. Unterschiedlichkeit als Chance nutzen über:

innere Differenzierung 
(im Klassenverband)
äußere Differenzierung (durch Kurs- und Gruppenbildung)
Lernbegleitung / Beratung
  • differenzierte Aufgaben & Materialien
  • Koopeative Unterrichtsformen
  • Stationenlernen
  • Wochenplanarbeit
  • Projektarbeit
  • Förderkonferenzen
  • Einzelfallberatung
  • Psychosoziale Beratungslehrer
  • Lern – und Förderpläne
  • Methodentage in Sek I und Sek II (Fachspezifische und allgemeine Lern – und Arbeitstechniken)

 

3. Übergänge begleiten

Bei einem Wechsel der Schule oder Stufe kommt auf die Schülerinnen und Schüler viel Neues zu. Dies ist spannend und bietet Chancen: Neue Mitschülerinnen und Schüler sind potenzielle neue Freunde. Neue Lehrerinnen und Lehrer können begeistern. Neue Fächer sind spannend. Allerdings gibt es auch Probleme und Risiken: In einem neuen System muss ich mich zurechtfinden. Neue Herausforderungen bedürfen eines anderen Umgangs, der noch unbekannt ist. Neue Regeln und Bestimmungen verunsichern, weil sie noch nicht bekannt sind.

Damit die Übergänge zwischen den Schulen und Stufen möglichst reibungslos verlaufen und die Chancen überwiegen, begleiten wir unsere Schülerinnen und Schüler an den Gelenkstellen ihrer Laufbahn:

In der Sekundarstufe I
Wechsel von einer anderen Schule zu uns
  • Kennenlernnachmittag bereits vor den Sommerferien für die neuen 5er
  • Elterninformationsabende
  • Kennenlernabend im Herbst für Eltern 
  • Einbezug der Grundschullehrerinnen und -lehrer (z.B. bei den Erprobungsstufenkonferenzen)
  • „Lernen lernen“ im Jg. 5
  • Schülerinnen und Schüler der Oberstufe sind Klassenpaten und helfen im Schulalltag 
  • Schullaufbahnberatung durch die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer und den Unterstufenkoordinator und die Mittelstufenkoordinatorin
  • enger Kontakt zur alten Schule
  • Aufnahmegespräche, bei denen jede Schülerin und jeder Schüler beraten wird.
  • Ein Pate in der Klasse hilft in den ersten Tagen und wird vielleicht zum neuen Freund. 
  • Schullaufbahnberatung durch die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer und den Unterstufenkoordinator und die Mittelstufenkoordinatorin
  • Für Migranten aus der Erstförderung: Betreuung durch Frau Hollinger bei dem weiteren Spracherwerb und enger Kontakt zur Stützpunktschule der Erstförderung.
 
In der Sekundarstufe II
Übergang zum Beruf
  • Zusätzliche Unterrichtsstunden in D, E, M für Schülerinnen und Schüler, die aus anderen Schulformen kommen
  • Methodentage in der EF und der Q1
  • Schullaufbahnberatung durch die Jahrgangsstufenleiterungen und den Oberstufenkoordinator
  • Elterninf
  • Berufsinformationen ab der Mittelstufe 
  • Tage der Berufsberatung
  • Praktikum in der EF
  • Uni-Schnuppertage
  • Ehemaligentreffen und Alumni-Netzwerk
 
 

4. Wirksamkeit prüfen / Förderung über Strukturen sichern

  • Festlegung von Basiskompetenzen (z.B. Lern-, Arbeits- Sozialverhalten; fachliche Standards)
  • Teilnahme am Projekt „KommMit“ (Analyse der Zahlen von Nichtversetzungen) bzw. "kein Abschluss ohne Anschluss" 
  • Förderpläne spätestens zu den „Blauen Briefen“ und den entsprechenden Förderangeboten
  • Fortbildungen zur individuellen Förderung